Kapitän zur See

26. Oktober 2007

Nur zur Erklärung des letzten Beitrags: Wenn ich etwas gerne im Fernsehen anschaue, dann sind es – neben anspruchsvolleren Cartoons wie Simpsons, South Park oder Futurama – Dokumentationen, Reportagen und sonstige Berichte, die meist Alltägliches, aber dennoch Unbekanntes beleuchten. Meistens gibt es so etwas unter dem Banner größerer Zeitungen, Spiegel TV, Süddeutsche Zeitung TV oder auch Stern TV, wobei hier das Format etwas anders ist. Diese Reportagen spielt es dann meist nachts, wobei es auch eigene Kanäle wie ZDFdoku (über Sat) gibt, die auch untertags derartiges ausstrahlen.

Ich weiß nicht, was mich daran so faszierniert, aber es ist schlichtweg interessant zu sehen, was an Orten passiert, zu denen man normalerweise keinen Bezug hat, aber dennoch nicht fern und eigentlich öffentlich gelegen sind. Das sind manchmal ganz persönliche Geschichten, dann auch wieder – wie bei der Penny-Markt-Geschichte – ganze Milieus, die über eine Zeit lang beobachtet und von den verschiedensten Teilnehmenden kommentiert werden.
Dabei kommen natürlich auch diverse Kuriositäten ans Licht, in diesem Fall sind es ganz besonders viele. Da gibt es beispielsweise den bärtigen Kapitän, der studiert hat, seine Patente aus dem Eff-Eff aufzählen kann, aber dennoch auf der Straße vor dem Markt verwahrlost. Oder aber die Rollstuhlfahrerin, deren liebstes Hobby es ist, die Geschehnisse im Penny Markt bis ins Detail zu kommentieren, von den eingekauften Waren an der Kasse bis zum Kassasturz im Hinterzimmer.

Jedenfalls freue ich mich immer, wenn Sendungen dieses Formats im Fernsehen kommen oder ich sie gar bei YouTube finde. Eine sehr schöne Unterhaltung, und etwas informiert wird man auch.

3 Antworten to “Kapitän zur See”

  1. fallendesblatt said

    Ich habe mir die Doku auch angeschaut und muss sagen, teilweise habe ich sehr viel Mitleid mit den Menschen, die dort sitzen, nur noch leben um sich den Alkohol zu kaufen, ihn zu versaufen, und danach zu schlafen, zu betteln, schnorren, um dann wieder Alk kaufen zu gehen.
    Manchmal habe ich doch gelacht, vor allem bei der Frau in Rollstuhl und doch muss ich sagen, würde ich in diesem Markt nicht arbeiten können, vor allem nicht am Sonntag, wenn der ganze Abschaum (Ich will es nicht so nennen, aber mir fällt kein anderer von der Gesellschaft archivierter Begriff für die Masse an Punkern, Obdachlosen, Prostituierten usw. ein.) kommt, und du darauf achten musst, ob du denen überhaupt was verkaufen darfst…
    Und ich dachte, die Berliner Oranienburgerstraße wäre schlimm, aber das topt so einiges…

  2. dethkultsocialclub said

    Ja, so geht’s mir auch. Einer der Angestellten sagt ja selbst dass ihm diese Leute Leid täten, aber andererseits begehen sie ja doch diverse Straftaten, wenn sie zum fünften Mal stehlen oder Hausfriedensbruch begehen – wenn sie schon wieder die Erinnerungen weggesoffen haben.
    Aber ich denke, dass es in Hamburg ohnehin genug Hilfeinrichtungen für Obdachlose geben müsste – nur muss man sich als ein solcher erst einmal aufraffen und auch irgendwo hingehen, wo einem Hilfe angeboten wird. Und wenn man auf der Straße vor einem Penny Markt verkommt, ist das natürlich nicht so einfach.

  3. fallendesblatt said

    War ja auch die Aussage eines Mitarbeiters – „Eigentlich hötten sie es gar nicht nötig, es gibt genug Hilfseinrichtungen“. Es dürfte doch die Tafeln geben und alles. Gibt es so eine Einrichtung eigentlich auch hier in Österreich? Oo

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