Danke, lieber Zivildienst!

21. August 2007

Eigentlich sollte ich ja am 4.9. mit meinem Zivildienst beginnen – stand für mich fest und hab ich auch überall herausposaunt.
Nun, daraus wird nun nichts. Denn meine Online-Anmeldung bei der Zivildienstverwaltungsstelle, die ich vor einigen Monaten getätigt hatte, war in Wirklichkeit keine Anmeldung, wie mir am Montag am Telefon mitgeteilt wurde. Nur wenn die entsprechende Zivildienststelle (bei mir der Samariterbund) keine sonstigen Anmeldungen bekommt (bzw. nicht genug fürs benötigte Kontingent) wird jemand aus der Online-Datenbank kontaktiert. Dass das nirgends auf der Seite steht, ist eine andere Sache.

Gut, das fiel also weg. Deswegen rief ich ein paar andere aufgelistete Stellen an, wo es jedoch immer nur hieß „Erst ab Jänner/Februar“ wieder. Dann erwischte ich glücklicherweise immerhin eine Stelle (Grünes Kreuz), bei der ich ab November anfangen könnte. Der zwar nette, aber ziemlich hektische Mann am Telefon teilte mir jedoch mit, ich solle mich am 29.8. um 10 Uhr vorstellen kommen, was ja eigentlich kein Problem für mich wäre – würde ich nicht um 9:06 Uhr mit dem Zug aus Berlin ankommen!

Gut, da eine Vorstellung nach einer anstrengenden Über-Nacht-Zugfahrt wohl nicht so toll ist – selbst wenn es sich nicht wirklich um ein Vorstellungsgespräch handelt, eben nur um ein „Vorstellen“ -, rief ich also noch mal an, teilte dem Mann das mit und wurde sogar nicht enttäuscht, er meinte, um 11 Uhr zu kommen wäre auch kein Problem, ich bräuchte nicht einmal irgendetwas mitbringen. Somit holt mich meine Mutter also vom Bahnhof an, ich dusche mich zu Hause, ziehe was Frisches an und dann geht’s ab zum Grünen Kreuz, welches ziemlich weit am Stadtrand liegt (dort wo ich mal gewohnt habe. :D).

Einziges Problem: Was mache ich zwischen Ende August und Anfang November? Meine Mutter bekommt für diese Zeit wohl keine Familienbeihilfe, braucht also Geld von mir. Arbeiten wäre naheliegend, da hätte ich immerhin was zu tun – schwierig wird wohl nur, jetzt noch was für September und dann eben auch nur für zwei Monate zu bekommen.
Natürlich hab ich mich schon umgesehen, aber bis jetzt sticht noch nicht wirklich was heraus – ich vertraue jetzt eher auf den verdeckten Arbeitsmarkt, sprich Freunde und Verwandte darauf ansprechen, ob sie nicht jemanden kennen, der was hat, oder zumindest jemanden der wieder wen kennt… usw.

Jedenfalls eine blöde Situation. Ich könnte natürlich auch einfach studieren, aber dann hängt mir der blöde Zivildienst wieder im Nacken und irgendwann während des Studiums hab ich den Salat.

Generell finde ich auch das ganze Zivildienst-System dämlich. Ist ja immerhin nichts, was man freiwillig oder gar gerne macht – es ist eine vom Staat aufgebundene Pflicht, die einen entweder zu einer vorher unbekannten Zeit ins Leben fällt oder für welche man sich bewerben muss wie für einen Beruf, den man freiwillig ausführt. Dazu gibt’s miese Bezahlung und Anzeigen, wenn man sich nicht an die Regeln hält.
Klingt ein wenig wie Sklaverei, nur ohne die Baumwollfelder.

2 Antworten to “Danke, lieber Zivildienst!”

  1. sebi said

    naja sowas hab ich ja befürchtet, diese online-anmeldesache macht auf so seriös, aber in wirklichkeit haben die überhaupt keinen einfluss auf irgendwen. hab mich da auch ein jahr lang beworben bis man mir im ziviforum gesagt hat, dass die garkeine offizielle stelle sind. ich hab ja auch nicht aus spaß an der freude 3 jahre auf den scheiß gewartet ; )

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