Meine Aufregers der Woche:

» Die Architects kommen nicht, wie schon angekündigt, mit The Blackout Argument nach Wien in die Arena, sondern nach – tadaa! – Bad Großpertholz, irgendwo im tiefsten Niederösterreich. Die Architects finde ich im Moment ja mindestens so geil wie Parkway Drive damals zu St. Pöltner Zeiten (letzteres tu ich auch immer noch, aber das spielt jetzt keine Rolle), aber ob ich mir wieder so eine Fahrt antue, nur um eine Band zu sehen? Zumindest sollte ich mich um irgendein Quartier kümmern, denn meine Zivildienstvorteilscard zum Gratisfahren gilt dann (9. August) nicht mehr.

(Ach, und das Animeeting-Forentreff wäre auch an genau dem Tag plus dem vorherigen und dem folgenden. Scheiße, was nun?)

» Coloris von she ist doch nicht so toll, wie erwartet. Ziemlich enttäuschend, da ich mich nach den guten, neuen Songs, die vereinzelt veröffentlicht wurden (dann aber doch nicht aufs Album kamen) sehr darauf gefreut habe, nach dem ersten Durchhören allerdings meine Begeisterung ob der vielen Vocals und dem relativ altbackenen Musikschema am sinken ist. Mal sehen/hören, was ein weiterer Durchlauf bringt, der kommt dann irgendwann morgen. Dazwischen hör ich lieber die alten Lieder von she bzw. das neue Album von Ladytron, das echt gut ist.

» Ich würde wirklich gerne einmal an einer Demo gegen die staatliche Repression gegenüber 10 Tierschützern teilnehmen, was mir diesen Samstag, für den eine Großdemonstrationen in Wien zwischen 15 und 19 Uhr angekündigt ist, jedoch erneut verwehrt bleibt. Grund: Zivildienst natürlich, und die wunderbare Arbeitszeit von 5:30 bis 17 Uhr.
Einen Monat noch, dann ist es geschafft. Wahrscheinlich werde ich dann gar nicht wissen, was ich mit meiner ganzen Freizeit anfangen soll, aber das ist nicht wirklich ein Problem, das mir auf den Magen schlägt.

» Mein vor ca. drei Wochen bei CD-Wow.net bestelltes Xbox-Spiel Bioshock ist immer noch nicht da. Die dazu bestellte DVD (Black Snake Moan) kam zwar schon an – pünktlich -, ist dafür nur auf Englisch, Slowenisch und Ungarisch anzuhören. Ok, die Seite hat ihren Sitz und Ursprung in Großbritannien, aber wenn man schon einen vollständig deutschen Shop betreibt, sollte man so etwas vielleicht auch dazu schrieben.
Morgen kommt mal eine Beschwerdemail, was denn mit meiner Lieferung sei. Vielleicht wurde die auch vom Zoll abgefangen, aber dann müssten die Idioten dort mir doch wenigstens eine Nachricht hinterlassen.

Mehr fällt mir jetzt nicht ein, genug aufgeregt für den Moment.
ABER DA KOMMT SICHER NOCH WAS, ich versprech’s.

Vaginale Embolie

26. Mai 2008

Boah, ich hasse Amazon. ;(

Da sucht man nach Palahniuk-Büchern um für eine Bekannte zu schauen, welches es auf Deutsch gibt (weiß ich nicht auswendig, Schande über mich), entdeckt die deutschen Cover zu den beiden neuen Büchern Snuff und Stranger Than Fiction (letzteres zumindest neu als Übersetzung) und kommt dann, nach einem Gefühl dass sich mit „Euphorie“ nur untertrieben beschreiben lässt, darauf, dass die beiden Bücher noch gar nicht erschienen sind und ein Termin offenbar auch nicht feststeht.

Scheiß Amazon! >O

Vor zwei Tagen wurden in Österreich Personen von sieben Tierschutzvereinen willkürlich festgenommen. Wie das im Überwachungsstaat so üblich ist, wurden dabei auch noch gleich deren Häuser gestrümt, private Daten entwendet und vor der Aktion sowieso monatelang beschattet, überwacht und bespitzelt.

So weit, so schlecht. Zehn Personen befinden sich in Haft, einer davon im Hungerstreik. Vorwurf: „Bildung einer kriminellen Vereinigung“ – wobei man sich zu etwaigen Begründungen natürlich nicht äußern wollte, es heißt lediglich, „der Verdacht habe sich nach der Durchsuchung verstärkt“. Interessant, was in unserem Land so alles möglich ist. Da ist man Obman eines Vereins und wird urplötzlich verdächtigt, quasi ein Terrorist zu sein – wodurch dieser Verdacht allerdings belegt werden könnte oder was konkret eine „kriminelle Vereinigung“ ausmacht bzw. ab wann eine solche existiert, bleibt im Dunkeln.

Klar, vermutet werden kann die Ausübung tierrechtlich positive, rechtlich aber leider negative Aktionen: Brandanschläge auf Tierfabriken, Sabotage gegen Lebensmittelkonzerne, Zerstörung von Jagdeinrichtung usw. Klingt für mich allerdings mehr nach der ALF bzw. TBF, die diese Taten auch öffentlich zugibt, deren Drahtzieher aber glücklicherweise großteils verdeckt bleiben. Weswegen nun unter anderen der normalerweise nur mit Demonstrationen und Informationsmaterial/-kampagnen auf das Leiden der Tiere aufmerksam machende Verein gegen Tierfabriken solche Vorwürfe ertragen muss, ist unklar.

Aber ich erinnere: Oftmals reicht es nur, bestimmte Worte auszusprechen respektive zu publizieren, bzw. sich (angeblich) zur falschen Zeit am falschen Ort zu befinden. Holla, schon kann man bespitzelt, inhaftiert und seiner Recht entledigt werden!

Das alles ist möglich in diesem wunderbaren Mitteleuropa, das, regiert von den so genannten „Mitte-Rechts-Parteien“, Deratiges problemlos zulässt, ja sogar noch fördert. Aber ich gebe gar nichts so sehr der Politik die Schuld daran – nein, es sind vielmehr die Wähler, also unsere Gesellschaft, die mit ihrer Stimme zur Verantwortung gezogen werden muss. Denn dass sich in diesem Land immer noch nichts zum Guten wendet, sieht man sehr leicht und schnell an den User-Kommentaren einschlägiger Newsportale. (Wobei auf letzterem die Vernunft offenbar zumindest teilweise noch vorhanden.)

Nettes Bemerkung zum Schluss: PeTA kürt die sexuellsten Vegetarier-Celebrities.
Ich hab für Naomi Watts und Steve Jobs gestimmt. :D

Gestapo 2.0

18. Oktober 2007

Während in Deutschland immer noch Diskussionen um Innenminister Wolfgang Schäuble und seine „Stasi 2.0“, sprich die Online-Durchsuchen, laufen und dagegen auch kräftig protestiert wird, ist hier in Österreich die Überwachung fremder PCs durch die Exekutive offenbar bereits beschlossene Sache. Seit gestern ist jedenfalls in allen Medien zu hören bzw. lesen, dass Justizministerin Maria Berger von der SPÖ und Innenminister Günther Platter (ÖVP) sich auf das Einführen der Durchsuchung beliebiger PCs ab Herbst 2008 geeinigt haben – was bei letzterem auch keine Überraschung ist. Platter distanzierte sich zwar bis zuletzt von den Ideen Schäubles, machte aber dennoch Anspielungen in dieser Richtung, die nun wahr gemacht werden sollen.

Dabei wird natürlich beteuert, dass nur bei strengem Tatverdacht und unter richterlichem Bescheid eine Durchsuchung stattfinden wird. Gut möglich, die Frage ist nur, ab wann ein „strenger Tatverdacht“ besteht und noch viel mehr: Wie stark diese Grenzschwelle in Zukunft herabgesetzt wird, was zweifelsohne der Fall sein wird. Justizministerin Berger bejahte schon gestern in einem ORF-Interview die Frage, ob man bei einem zufälligen Fund von verdächtigem Material weiterforschen würde.
Und genau solche Aussagen machen die Sache so fragwürdig. Denn ab wann ist jemand in solcher Hinsicht tatverdächtigt, als eine Überwachung (natürlich unter Ausschluss des Verdächtigen)gerechtfertigt wäre? Wenn eine Person „fragwürdige“ Wörter wie „Bombe“ oder „Anschlag“ am Telefon erwähnt (Telefonüberwachung ist immerhin schon – unkritisiert – Gang und Gäbe)? Wenn sie entsprechende Dateien auf ihrem PC oder in ihren E-Mails gespeichert hat? Wenn sie einen Turban und weiten Mantel trägt?

Das Ganze passiert natürlich unter dem Banner der Sicherheit – mit sehr fragwürdigen Argumenten. So heißt es von den Ministerien:

„Der vielfach behauptete Gegensatz zwischen Sicherheit und Freiheit ist ein scheinbarer, [denn] die Angst vor Straftaten kann zu erheblichen Einschränkungen in der Gestaltung des Alltags und zu verminderter Teilnahme am gesellschaftlichen Leben führen.“

Einschränkung des Alltags aufgrund von Terrorangst? Bei solchen Aussagen frage ich mich, in welchem Land sich der Herr Innenminister gedanklich befindet. Im Irak oder in Israel, wo ein Besuch der örtlichen Caféteria schon mal das Todesurteil bedeuten kann, wäre eine solche Aussage völlig verständlich. Aber in Österreich, wo sogar noch weniger Terrorgefahr als in Deutschland herrscht?
Ein weiterer Hinweis darauf, dass, wie ARGE-Daten-Chef Hans Zeger schon sagt, die Überwachung nur eine weitere populistische Maßnahme ohne argumentativen und sinnbesetzeten Hintergrund ist.
Denn abgesehen von der nicht vorhandenen Gefahr kann jeder, der auch nur ein wenig mehr Ahnung von Computersicherheit hat, seinen PC dementsprechend von Trojanern – egal ob die vom Staat kommen oder nicht – absichern, erst recht Personen, die wirklich etwas zu verbergen haben. Somit wird mit den geplanten Mitteln ohnehin nichts bewegt werden können – aber die Bevölkerung in dem Glauben gehalten, das Innenministerium würde etwas gegen die „Terrorgefahr“ unternehmen.

Somit wird also bloß das erste Puzzleteil zu einem kommenden Überwachungsstaat gelegt, ohne dass sich effektiv etwas verändert. „Mit dem Verbrechen Schritt halten“, nennt Platter das. Das Widersprüchliche ist nur, dass das Verbrechen, wenn denn überhaupt vorhanden, dem Staat in dieser Hinsicht sowieso immer einen Schritt voraus ist. Sollte es zu Terroranschlägen in Österreich kommen, wird auch eine Online-Überwachung dies nicht verhindern können. Im Gegenteil, sie schafft nur mehr Angst, als sie zu verhindern versucht – die Angst, auch einmal selbst in Visier der Fahnder zu kommen.

Am 25. Oktober werden die jährlichen Big-Brother-Awards vergeben. Dabei werden Personen und Institutionen „ausgezeichnet“, die sich mit fragwürdigen Ideen gegen den Datenschutz stellen. Nominiert sind unter anderen Günther Platter und Unterrichtsministerin Claudia Schmied.

Quellen:
http://orf.at/071018-17749/index.html
http://derstandard.at/?url=/?id=3076638

The always open mouth

10. Oktober 2007

Ich weiß ja nicht wie das in Deutschland ist, aber hier in Wien nervt mich in letzter Zeit eines ganz besonders: Durchsagen in öffentlichen Verkehrsmitteln.
Nicht nur, dass die nächste Station im Bus, der U-Bahn oder sonst wo angesagt wird – das wäre ja normal. Nein, mittlerweile übertreibt man es echt. Da wird man darauf hingewiesen, dass man einsteigen solle, da der Zug ja abfährt, in welcher Richtung der nächste Bahnsteig ist (als würde man das nicht ohnehin sehen) und seit neustem auch mit einer unglaublich nervigen Kinderstimme, dass man seine Zeitungen nicht im Zug zurücklassen soll. (Warum eigentlich nicht? Ich freu mich immer, wenn ein freier Platz mit einer Zeitung besetzt wird, während am Zeitungsstand zwei Stunden nach Auslegung kein einziges Exemplar mehr mitnehmbar ist.)

So, und in der Schnellbahn wird die Sache noch höher getrieben. Hier gibt es standardmäßig zwar nur die Ansage der nächsten Station, dafür aber zwischen sämtlichen Stationen eine einminütige, formal unglaublich ausgeschmückte Durchsage, mit dem Inhalt: Ab November fahren die Züge im 10-Minuten-Takt. Als ob das nicht genug wäre, gibt es zur Abwechslung auch hier den Hinweis, den Wagon nicht zu verschmutzen, ebenfalls eine Minute lang.

Ich meine, hallo? Sind die Leute heutzutage wirklich so dumm, dass man ihnen alles vorsagen und -kauen muss, oder werden sie bloß dafür verkauft? Ich find’s jedenfalls unglaublich lästig – was mir allerdings erst jetzt, wo ich keinen iPod habe, auffällt. Ansonsten dröhnt mir sowieso standardmäßig Musik durch den Schädel.

Mann, was für ein Wetter. Kaum ist es September, regnet es tagelang durch, mit den entsprechenden Celsius-Graden natürlich. Und laut Wettervorhersage soll es sonntags erst wieder anders werden.. für zwei Tage, danach war’s das schon wieder mit der Sonne, wobei Wettervorhersagen ja nur bis zu zwei Tagen sicher sind – es könnte also auch die ganze nächste Woche durchregnen.

Generell würde ich ja nichts dagegen haben, denn ich bin zu Hause (bis November noch) im Warmen – bis auf die paar Minuten am Vormittag, an denen ich mit Sookie (unserem Hund) raus muss, den das ebensowenig freut wie mich.
Aber irgendwie will man ja schon auch was mit Freunden machen, und wenn es nur ein Treffen im Café ist – der Weg zur U-Bahn ist schon mühsam genug, wenn es in Ströhmen gießt, von Outside-Aktivitäten ganz zu schweigen. Zumal macht Regenwetter natürlich nicht gerade glücklich, denn zu dieser Jahreszeit nach draußen zu sehen und von grauen Regenwolken und vom Himmel tropfendem Nass angesehen zu werden, entzieht sich meiner Defintion von „angenehmen Wetter“.

So, genug gejammert. Wenn der erste Schnee fällt, gibt’s dann noch mal so was von mir. :D

Also gut. Nach dem Dilemma mit meinem Zivildienst vor Berlin hab ich’s nun also doch geschafft, eine Stelle zu bekommen.
Aber alles von vorne:

Um ca. 9 Uhr kam ich am Mittwoch also aus Berlin an, woraufhin mich meine Mutter vom Bahnhof abholte und nach Hause brachte. Dort ging ich mich duschen, zog was recht Schickes an und fuhr dann gleich in den 11. Bezirk zum Grünen Kreuz, Drehergasse 39.

Dort angekommen wusste ich nicht recht, wohin, probierte einige Türen aus und fand dann noch die richtige in den Innenhof. Na ja, im Vorlesungsraum (sah zumindest so aus, wie eine Schulklasse aufgebaut) saßen schon einige junge Leute, der Termin war an sich auch auf 10 Uhr angesetzt, aber ich informierte mich vorher, ob ich nicht auch um 11 kommen könnte (wäre sonst viel zu knapp gewesen), was bestätigt wurde. Also saß ich draußen herum um niemanden zu stören, bis mich dann doch einer der Vortragenden (es gab einen jungen und einen alten Angestellten) hineinrief, wo ich noch schnell einige Formulare ausfüllte und noch die letzten Informationen zum Vortrag mitbekam.

Als dieser dann zu Ende war, wurden die einzelnen Bewerber noch zum Einzelgespräch hineingerufen, wobei aber nur so Fragen wie „Wie sind Sie zu uns gekommen?“ oder „Warum wollen sie gerade hier arbeiten?“ kamen, womit ich mich auf die Sache schon einstellen konnte. Nach einiger Zeit ging ich also auch nach vorne, gab diverse Anmeldungszettel ab und wurde gleich gebeten, Platz zu nehmen.

Joar, ich erzählte eben, dass ich was im Hilfs- und Sozialbereich machen wollte, die Dienststelle nahe von meiner Wohnung wäre und auch kein Problem mit alten Leuten hätte, da ich genug mit meiner verstorbenen, ehemals 92-jährigen Ur-Oma zu tun gehabt hätte.
Laut den beiden Vorsitzenden würde ich jedenfalls einen guten Eindruck machen, dass ich eine AHS-Matura besäße wäre auch gut und ein sympathischer Kerl wäre ich zudem. Super!

Nun gut, nach dem alle Vorstellungsgespräche vorbei waren, wurde mir noch kurz im Einzelgespräch erklärt, was den Anderen schon zuvor vorgetragen wurde:
– Bevor es richtig los geht, muss eine Sanitäterausbildung, die 1 1/2 bis zwei Monate dauert, absolviert werden. Diese wird ziemlich happig, aber wenn man es geschafft hat, eine Matura zu absolvieren und auch den Willen hat, dabei zu sein, ist es auf jeden Fall schaffbar.
– Man hat viel mit alten Leuten zu tun – Kranken- oder Untersuchungstransporte stehen auf der Tagesordnung, genau so wie beim Roten Kreuz oder beim Samariterbund kommt ein Rettungsdienst nur selten vor. Auch mit Behinderten wird gearbeitet, allerdings nur selten.
– Die Arbeitszeiten sind hingegen sehr angenehm – nur drei Tage in der Woche Dienst, ein zusätzlicher Tag auf Bereitschaft. Diese Tage können allerdings überall hin fallen, auch auf „offizielle“ Feiertage wie Weihnachten, Silvester, Ostern oder auch den eigenen Geburtstag.
– Der Lohn beträgt um die 600€ mit Essensgeld – meiner Meinung nach wirklich in Ordnung.
– Mein Bescheid und der Antrag des Grünen Kreuzes für meine Aufnahme werden jetzt an die Zivildienstservicestelle gefaxt, woraufhin ich in ca. 2 Wochen einen Bescheid bekomme, dass ich aufgenommen bin.

Nun, da das Ganze schon ziemlich fix ist („zu 99,9%“) kann ich mich wohl freuen, doch noch eine Zivildienststelle gefunden zu haben. Los geht’s zwar erst ab dem 2. November, aber bis dahin muss ich mir halt was Anderes zum Arbeiten suchen, irgendeinen Standardjob für knapp 2 Monate.
Mal sehen, ich bin jedenfalls froh, dass das geklappt hat!

Danke, lieber Zivildienst!

21. August 2007

Eigentlich sollte ich ja am 4.9. mit meinem Zivildienst beginnen – stand für mich fest und hab ich auch überall herausposaunt.
Nun, daraus wird nun nichts. Denn meine Online-Anmeldung bei der Zivildienstverwaltungsstelle, die ich vor einigen Monaten getätigt hatte, war in Wirklichkeit keine Anmeldung, wie mir am Montag am Telefon mitgeteilt wurde. Nur wenn die entsprechende Zivildienststelle (bei mir der Samariterbund) keine sonstigen Anmeldungen bekommt (bzw. nicht genug fürs benötigte Kontingent) wird jemand aus der Online-Datenbank kontaktiert. Dass das nirgends auf der Seite steht, ist eine andere Sache.

Gut, das fiel also weg. Deswegen rief ich ein paar andere aufgelistete Stellen an, wo es jedoch immer nur hieß „Erst ab Jänner/Februar“ wieder. Dann erwischte ich glücklicherweise immerhin eine Stelle (Grünes Kreuz), bei der ich ab November anfangen könnte. Der zwar nette, aber ziemlich hektische Mann am Telefon teilte mir jedoch mit, ich solle mich am 29.8. um 10 Uhr vorstellen kommen, was ja eigentlich kein Problem für mich wäre – würde ich nicht um 9:06 Uhr mit dem Zug aus Berlin ankommen!

Gut, da eine Vorstellung nach einer anstrengenden Über-Nacht-Zugfahrt wohl nicht so toll ist – selbst wenn es sich nicht wirklich um ein Vorstellungsgespräch handelt, eben nur um ein „Vorstellen“ -, rief ich also noch mal an, teilte dem Mann das mit und wurde sogar nicht enttäuscht, er meinte, um 11 Uhr zu kommen wäre auch kein Problem, ich bräuchte nicht einmal irgendetwas mitbringen. Somit holt mich meine Mutter also vom Bahnhof an, ich dusche mich zu Hause, ziehe was Frisches an und dann geht’s ab zum Grünen Kreuz, welches ziemlich weit am Stadtrand liegt (dort wo ich mal gewohnt habe. :D).

Einziges Problem: Was mache ich zwischen Ende August und Anfang November? Meine Mutter bekommt für diese Zeit wohl keine Familienbeihilfe, braucht also Geld von mir. Arbeiten wäre naheliegend, da hätte ich immerhin was zu tun – schwierig wird wohl nur, jetzt noch was für September und dann eben auch nur für zwei Monate zu bekommen.
Natürlich hab ich mich schon umgesehen, aber bis jetzt sticht noch nicht wirklich was heraus – ich vertraue jetzt eher auf den verdeckten Arbeitsmarkt, sprich Freunde und Verwandte darauf ansprechen, ob sie nicht jemanden kennen, der was hat, oder zumindest jemanden der wieder wen kennt… usw.

Jedenfalls eine blöde Situation. Ich könnte natürlich auch einfach studieren, aber dann hängt mir der blöde Zivildienst wieder im Nacken und irgendwann während des Studiums hab ich den Salat.

Generell finde ich auch das ganze Zivildienst-System dämlich. Ist ja immerhin nichts, was man freiwillig oder gar gerne macht – es ist eine vom Staat aufgebundene Pflicht, die einen entweder zu einer vorher unbekannten Zeit ins Leben fällt oder für welche man sich bewerben muss wie für einen Beruf, den man freiwillig ausführt. Dazu gibt’s miese Bezahlung und Anzeigen, wenn man sich nicht an die Regeln hält.
Klingt ein wenig wie Sklaverei, nur ohne die Baumwollfelder.