Jou Leute – mein Zivildienst ist vorbei. Neun Monate Arbeit liegen hinter mir, die in letzter Zeit immer mühevoller von der Hand gegangen sind, ich sie aber, jetzt, wo sie vorbei sind, nicht unbedingt missen möchte.
Man kann wirklich sagen, dass ich viel gelernt habe: Hauptsächlich etwas über das Wesen des Rettungs- und Krankendienstes, wie es in Spitälern und Pensionistenheimen abgeht, wie man mit alten und kranken Leuten umgeht und dergleichen. Letzteres hat mich manchmal alles andere als erfreut und ich war recht oft genervt – dann hat man aber auch wieder schöne Erlebnisse, mit angenehmen Menschen, mit welchen man sich richtig unterhalten kann; oder die zumindest nicht mit einer Einstellung durchs Leben gehen, dass sowieso alles Scheiße ist und jeder sie hasst und verarschen will. Zugegebenermaßen waren das nur die positiven Einzelfälle, aber immerhin gab es sie – auch, wenn sie mein nun weitaus schlechteres Bild von alten Leuten nicht wirklich verbessern konnten. Aber um vorurteilsfrei zu bleiben muss man jedenfalls erwähnen, dass nicht alle Menschen dieser Altersklasse automatisch grantig und miesmutig sind.

Gelernt habe ich auch, dass ein angenehmer Arbeitskollege Gold wert sein kann. Im Krankentransportwagen wurde ja immer zu zweit agiert – ein Fahrer mit einem Sanitäter, der dann klarerweise ich war. Und es ist nunmal so, dass man sich mit manchen Leuten besser versteht, mit anderen schlechter oder gar nicht gut. Problematisch ist es halt, wenn man bis zu 12 Stunden mit Menschen letzterer Gattung zusammen sein, oder vielmehr zusammen arbeiten muss. Wenn man sich irgendwann wegen jeder Kleinigkeit anmotzt und gegenseitig beschudigt, hängt einem die Arbeit irgendwann noch mehr zum Hals heraus.
Da ist man umso froher, wenn man einen Fahrer hat wie meinen letzten, mit dem ich die vergangenen zwei bis drei Monate gefahren bin. Ein lockerer Kerl, der die ganze Sache und vor allem das Provisionenscheffeln nicht so ernst nahm, viele Pause einlegte, meine Wünsche respektierte und versuchte umzusetzen und ganz allgemein ein sehr sympathischer Zeitgenosse ist. (Immerhin gab’s auch Fahrer, die den ganzen Tag ohne Pause durchfuhren, so schnell und hetzend wie nur möglich, um lächerliche 100 Euro mehr am Ende des Monats zu haben. Und das 60 Stunden die Woche, wohlgemerkt.) Ich hoffe, ich konnte ihm dies ein bisschen zurückgeben, aber ich hatte durchaus den Eindruck, dass ihm die Arbeit mit mir auch Spaß machte oder zumindest nicht in irgendeiner Weise zusätzlich anstrengend wurde.

Insgesamt kann ich jedem, der seinen Zivildienst noch ableisten muss, empfehlen, zu einer Rettungsorganisation zu gehen – vorrausgesetzt, man interessiert sich ein bisschen für Medizin und hat nichts dagegen, 80% der Arbeitszeit mit alten, womöglich ungehaltenen Menschen zu tun zu haben. Alleine das Grüne Kreuz als Zivildienstorganisation kann ich nicht empfehlen – zum einen anderen übertriebenen, überstundenlosen Arbeitszeiten, bei denen man auch schon mal völlig spontan zu einem äußert unpraktischen Dienst eingeteilt wird; zum anderen, weil Rettungseinsätze wirklich rar sind. Wer viel Ruhe und Lockerheit schätzt, wird damit zufrieden sein, wer aber wirklich etwas erleben und lernen will, eher unbefriedigt. Da hat man es beim Samariterbund, Roten Kreuz oder den Johannitern weitaus besser – auch, weil diese viel professioneller agieren und besser ausgestattet sind. In deren Zentralen besteht der Aufenthaltsraum jedenfalls nicht aus einem schäbigen 20-Quadratmeter-Zimmer mit Holzbänken und einem ranzigen Kaffeeautomaten.

Zu guter Letzt bleibt noch zu sagen, dass der Umstieg von der Arbeit auf die – vorläufige – totale Freiheit viel leichter bzw. selbstverständlicher vonstatten gegangen ist, als ich mir das gedacht hätte. Bisher ist es jedenfalls nicht so, dass mir irgendetwas total anders oder fremdartig vorkommen würde – obwohl vom einen Tag auf den anderen eine total andere Lebenseinstellung herrscht. Das mag auch daran liegen, dass ich als Zivildiener generell nicht eine 5-Tage-Woche hatte, sondern immer ein paar Tage gestaffelt hintereinander Arbeit und dann wieder länger frei. So kommt es mir im Moment eher so vor, als hätte ich nur ein paar freie Tage und müsste bald wieder anfangen zu arbeiten – nur, dass ich schon über eine Woche nicht arbeiten muss.

Na ja, wie auch immer. Jetzt gibt’s erst mal Ferien, und ich hoffe ein bisschen was von dem, was ich mir vorgenommen habe, umsetzen zu können. In der Wohnung sieht’s zumindest schon ziemlich fertig aus – immerhin haben wir ja jetzt auch die zwei Katzen, die zuvor bei meiner Mutter gelebt haben, hier – und auch ansonsten habe ich einen relativ vollen Terminplan bzw. einige Leute im Hinterkopf, die ich mal wieder sehen will. Dazu ist ja jetzt genug Zeit.

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You look so wasted

12. April 2008

Memo an mich selbst: Ab Montag immer die Kamera zur Arbeit mitnehmen. Heute habe ich sie in zweifacher Hinsicht schmerzlich vermisst.

Zum einen war da ein rund siebzigjähriger Dialysepatient, der, in unserem Tragestuhl im Auto sitzend, einfach nur fotografierenswert aussah. Das lag zum einen an seiner interessanten Kombination aus Trainingsanzug, Gehstock und schachbrettgemusterten Vans, andererseits an der Pose, mit der er im Stuhl saß: friedlich, sympathisch dreinschauend, aber den Stock fest umklammert, obwohl ihm sowieso nichts hätte passieren können.
Es wäre großartig geworden.

Zum anderen hätte auch mein heutiger Fahrer ein gutes Motiv abgegeben. Sein Äußeres hat so etwas von einer gescheiterten Existenz, einen Ausdruck, als hätte dieser Mann schon viel in seinem Leben mitgemacht. Das ist keineswegs negativ gemeint, im Gegenteil, außerdem sieht die Realität – so weit ich das mitbekommen habe – ohnehin weitaus erfreulicher aus. Trotzdem hätte ein Portrait diese Stimmung vermittelt, dessen bin ich mir sicher.

Deswegen hoffe ich ganz einfach, dass sich zu solchen Fotografien noch einige Gelegenheiten ergeben. Und dass die betreffenden Personen dann auch einverstanden sind, wenn man sie ablichtet.

Something you once told me

24. Dezember 2007

12 Euro Trinkgeld!

Oh Mann. Ok, heute war auch echt nix los. Wir sind die meiste Zeit (ja, ich glaube wirklich mehr als 6 von den 12 Stunden) irgendwo gestanden, in der Rudolfsstiftung, im Kaiser-Franz-Josef-Spital, irgendwo an einer Ecke… nichts war los und im Endeffekt sind wir auf sechs Transporte in 12 Stunden gekommen, was unterstes Minimum war. Aber den anderen ging’s schließlich auch so, teilweise standen 6 bis 8 Grünes-Kreuz-Wagen vor einem einzigen Krankenhaus. Es wurden schlichtweg viel zu viel weggeschickt, dafür, dass heute keine Ambulanzen und keine Ärzte offen hatten.

Wie auch immer. Um rund 20 Uhr war ich dann endlich bei meinen Großeltern (mir wurde ein Taxi spendiert, sehr erfreulich. :) ), dann hab ich alleine essen und alleine Geschenke auspacken dürfen – also schon mit meinen Verwanden um mich, aber eben nicht zusammen mit ihnen. War nicht so toll, aber ich war sowieso nicht in „Weihnachtsstimmung“, mich reitzt dieses Fest kaum mehr.
Bekommen hab ich Ikea-Gutscheine, Geld und noch Kleinigkeiten wie Süßes, einen Pfannenwender von Lena (kann man doch gut gebrauchen :D ) und zwei hübsche Tassen für Betti und mich. Ums Geld kauf ich mir – wie gesagt – einen neuen iPod und mir selbst schenk ich noch den Samsung-22″-TFT, von meinem gesparten Gehalt.

Jou, so ist das. Morgen wieder Dienst, dafür ab Donnerstag bis nächsten Mittwoch nicht, ergo am 1. Jänner frei! Yesh!

The Only Moment We Were Alone

23. Dezember 2007

Tja, Leute, ihr könnt mich nun staatlich geprüften Rettungssanitäter nennen. B)
Gestern die Prüfung hinter mich gebracht, die eigentlich gar nicht so schlimm war und ich sie deswegen sogar mit Auszeichnung bestanden habe. Im Grunde waren’s fünf Fragen zu Großunfällen/Sanitäterpflichten bzw- rechte/Gerätekunde usw., vier zu Anatomie, Physiologie, Traumatologie und Hygiene, sowie ein Praxisteil, sprich, Reanimieren und das Transportieren eines Unfallopfers mit der Schaufeltrage (sagt jetzt eh keinem was, egal). Ich und mein Partner haben das alles ziemlich souverän über die Reihe gebracht, im theoretischen Teil war’s großteils wirklich nur evidentes Gequatsche und den Praxisteil haben wir alle zuvor bis zum Umfallen geübt.
Wer jetzt also einen Herzstillstand hat, braucht nur mich zu rufen, ich kann ihn womöglich wieder ins Leben zurück katapultieren. :D

Der große Nachteil ist, dass ich genau über die drei Weihnachtsfeiertage Dienst habe, noch dazu Spätdienst, also von 7:30 bis 19:00 Uhr. Zum Weihnachtsfest werde ich also zu spät kommen, zum weihnachtlichen Mittagessen bei meiner Oma am 25. gar nicht und die Betti sehe ich dann auch erst am Donnerstag, wo wir noch einmal zu Ikea fahren werden (donnerstags waren wir ja schon mal), um dort lauter Möbelzeugs zu kaufen und in die Wohnung zu führen, damit einmal was weiter geht. Immerhin zahlen wir ja schon voll Miete, auch schon für Jänner im Voraus.
Ein Tag Bereitschaft kommt dann noch dazu, den Rest der Woche hab ich dann frei. Ich fürchte mich nur vor nächster Woche, denn wenn ich da wieder von Montag bis Mittwoch arbeiten muss, also sowohl am 31. als auch am 1., geb ich mir die Kugel oder komm halt in der Restfetten zum Dienst, ist mir auch scheißegal. Aber ich hoffe mal, zumindest zu Neujahr nicht arbeiten zu müssen, das wäre schon toll.

Jetzt hat mich der Zivildienst also so richtig und knapp sieben Monate gilt es noch durchzustehen. Aber ich kann mich nicht wirklich beschweren, drei dienstfreie Tage hat man nicht überall und auch das Trinkgeld ist ein großer Bonus. Blöd sind halt nur die Dienstzeiten, ich hoffe schwer, dass ich an Konzerttagen (es kommt ja so viel, Bring Me the Horizon, From Autumn to Ashes, Samsas Traum, Explosions in the Sky…) keinen Spätdienst habe, ansonsten müsste ich dort mit Uniform aufkreuzen, was auch nicht so toll ist.
Aber das liegt noch in der Zukunft, jetzt erst mal die Weihnachtstage durchdrücken… am 24. sind die Patienten ja hoffentlich besonders spendabel. :)

Of Course It Is

11. Dezember 2007

Puh, der Zivildienst ist anstregender als ich dachte. Ok, das Ausfüllen von Formularen ist nicht wirklich anspruchsvoll, auch wenn dies in einem wackeligen und zeitweise nahezu umkippenden Wagen geschieht. Aber richtig mühsam ist die vermeintlich kleine Arbeit nebenbei: Patienten betreuen, tragen, den Stuhl oder die Liege vorbereiten, im Krankenhaus zeitweise fast planlos herumirren und natürlich noch das Säubern des gesamten KTWs nach Feierabend.
Zumal es mir jetzt noch einigermaßen Spaß macht, aber für fast weitere 8 Monate immer dasselbe zu machen, klingt nicht gerade verlockend. Toll ist das Trinkgeld (19€, 21€, 15€, …), untoll die Arbeitszeiten, die entweder Montag bis Freitag 12 Stunden betragen (7:30 bis 19:00 plus Autowäsche), oder aber „nur“ 9 Stunden (6:30 bis 15:00 plus Autowäsche), dafür am Samstag von, haltet euch fest, 6:30 bis 19:00. Einfach krank, zum Glück aber nur in der Praxiszeit, die glücklicherweise mit dem 22. Dezember um ist. Bis dahin muss ich aber auch den ganzen Anatomie-, Physiologie-, Traumatologie-, Hygiene- und Rechtsstoff können, der zur Abschlussprüfung zum Rettungssanitäter gefragt ist, zusätzlich zu den Dingen, die ich vorführen muss und ich ohnehin nicht mehr üben kann (Reanimation und noch was).

Tja, dann gibt’s aber nur drei Tage Dienst und ein Tag Bereitschaft, das ist in Ordnung. Mit drei bzw. vier freien Tagen lassen sich 12 Stunden täglich schon recht gut durchdrücken, aber im Moment ist es eben stressig.
Na ja, da muss ich wohl durch.

Zudem ist meine und Bettis Wohnung fertig geworden – wir waren schon ausmessen und suchen am Samstag dann nach geeigneten Möbeln. Hoffentlich wird alles so, wie wir uns das vorstellen, es sieht aber gut aus. Natürlich muss ich aber die Gemeinde Wien noch mal kontaktieren, da sich drei Türen nicht richtig schließen lassen, was ja nicht so praktisch ist. Ich bin gespannt, wie schnell dem nachgegangen wird…

Zu guter Letzt noch etwas für alle österreichischen Bürger, die sich – wie ich – gegen die drohende Überwachung durch den lieben Staat aussprechen. Wenig wurde über sie berichtet, es gibt sie allerdings doch: die Mail-Aktion gegen das erst kürzlich vom Parlament in einer Nacht-und-Nebel-Aktion beschlossene Gesetz, welches die Exekutive zu IP-Adressen- und Telefonstandortüberwachungen auch ohne richterlichen Beschluss berechtigt.
Wäre also toll, wenn möglichst viele eine Mail wahlweise an Günther Platter, Alfred Gusenbauer, Maria Berger und weitere schicken würde, um ihren Missmut zu bekräftigen.

Juhu, morgen frei!
Ok, bis jetzt war der Zivildienst nicht so schlimm. Heute vielleicht, aber alles der Reihe nach:
Also, da ich mich jetzt in der Praxisausbildung befinde, bedeutet das, dass ich schon aktiv bei den Krankentransporten mitfahre, mithelfe und vor allem alles gezeigt bekomme. Ich fahre mit zwei sehr netten Sanitätern, der eine ist schon älter, dicklich und sehr gemütlich und angehem, der andere relativ jung, aber nicht minder sympathisch. Tolles Team also schon mal, das ist ja immer wichtig.
Tja, gelernt hab hauptsächlich, wie man Formulare ausfüllt, aber das ist auch fast die meiste Arbeit bei den Krankentransporten. Name, SVN, Transportzeiten, Kilometerstand, Fahrer und Sanitäter usw. müssen für jeden Patienten eingetragen werden. Das sind übrigens meist Pensionisten, die wir entweder vom Krankenhaus nach Hause oder umgekehrt führen, manchmal werden sie auch verlegt. Das ist jedoch meist Routinearbeit, auch wenn nicht immer alles so glatt läuft, wie es sollte.
Na ja, einen Blaulichteinsatz sind wir auch schon gefahren, war aber halb so schlimm – eine recht kleine Verletzung am Fuß, ins Krankenhaus kam der Herr trotzdem. War aber interessant bei so was mitzufahren, und das gleich in der dritten Stunde überhaupt!

Ansonsten sitzt man halt im Auto (ich hinten, vorne die beiden anderen), quatscht ab und zu, liest was, isst usw. Eine richtige Pause gibt es zwar nicht – außer den Gang zum Billa -, aber zwischen einzelnen Fahrten ist meist recht viel Zeit. Witzig ist jedenfalls, wie viel man durch Wien kommt: ich war schon in fast jedem Bezirk und bin an vielen mir bekannten Stellen zumindest vorbeigefahren (Bernoulli-Schule, meine ehemalige Schule, bei den Wohnorten vom Thomas, Raiby, Alex, Sebi, Ina, …). Positiv anzumerken ist neben den Kollegen das Trinkgeld, welches in den zwei Tagen, an denen ich bisher mitgefahren bin, ziemlich großzügig ausgefallen ist – insgesamt hat jeder von uns 40€ eingenommen, nett, oder? Nicht so toll sind die Arbeitszeiten, zumindest jetzt in der Ausbildung, wo ich 5 Tage in der Woche arbeiten muss (und nicht wie später nur drei) – und das 12 Stunden täglich. Da bleibt nach dem Heimkommen nicht mehr viel Zeit für sich selbst, geschweige denn für Freunde. Meist bin ich aber ohnehin zu müde, als ich noch Lust hätte, irgendwas zu machen. Aber da muss ich wohl durch, läuft ohnehin nur noch bis zum 22. Dezember so.

Nur heute war’s wirklich öde, weil ich nach dem Unterschreiben meines Mietvertrages um 9 Uhr früh natürlich nur in den Innendienst gekommen bin, da alle Krankentransportwagen spätestens um 7:30 Uhr wegfahren. Da dort aber mittlerweile aus den verschiedensten Gründen neun Zivildiener arbeiten, war das bisschen Arbeit, das normalerweise anfällt (Autos waschen, Boden putzen, Müll ausleeren), ziemlich flott erledigt, wir mussten aber trotzdem beschäftigt werden. Also kam man auf die glorreiche Idee, uns einen kompletten Raum voll mit Krempel ausräumen und danach putzen zu lassen. Als wir damit fertig waren, sollten wir das ganze Zeugs, welches ungelogen zur Hälfte aus Müll bestand, wieder einräumen. War mir ja – auch wenn’s total unnötig ist, leere Styroporverpackungen und nicht funktionierenden Elektroschrott aufzuheben – egal, bis dann der Mechaniker antanzte und nichts Besseres zu tun hatte, als uns anzuschauzen, dass wir alles durcheinander gebracht hätten und er jetzt nichts mehr finden würde. Als ob wir wüssten, dass in diesem Sauhaufen irgendeine Ordnung herrscht, dafür hätte es wirklich mehr als guten Willen gebraucht. Glücklicherweise machten sich dann zwei andere Arbeiter daran, die Sachen auch mal in „Müll“ und „Verwendbares“ zu sortieren, weswegen der Raum nach der Mittagspause mit weitaus weniger Zeugs von uns wieder gefüllt wurde, als zuvor darin war. Na ja, tolle Aktion jedenfalls.
Den Rest des Nachmittages verbrachten wir mit allerlei unnötigen Aktionen wie den Hof zu kehren, den Boden in der Wagenhalle zu wischen und so weiter, bloß damit wir nicht untätig herumsaßen. Vorteil der ganzen Sache: Wir durften schon um 16 Uhr nach Hause gehen, sehr angenehm.

Am Montag freu ich mich dennoch wieder auf den Außendienst, der einerseits finanziell weitaus lukrativer ist, andererseits auch einfach mehr Spaß macht und man wirklich sinnvolle Tätigkeiten ausübt. Bloß eine ganze Woche mit 12-Stunden-Diensten durchzuhalten dürfte happig werden…

Mission Accomplished: 33%

30. November 2007

So, Schritt 1 von 3 zum erfolgreichen Absolvieren des leidigen Zivildienstes ist geschafft: Ich hab die Zwischenprüfung über den theoretischen Ausbildungsteil – also von Anatomie über Physiologie und Psychologie bis hin zur Traumatologie – bestanden. Juhu, und so. :O
Tja, und ab nächster Woche darf ich dann insgesamt 160 mit einem Angestellten des Grünen Kreuzes und noch einem Zivildiener im Auto herumfahren und alte Leute transportieren. Gut, vielleicht auch mal einen Noteinsatz fahren, aber die sind beim GK eher rar, was mich aber auch nicht dermaßen stört. Ich meine, spannender wäre es allemal, aber irgendwie fühle ich mich noch nicht imstande, einem Verletzten auch nur irgendwie zu helfen. *hust* Na ja, wie auch immer.

Dann entscheidet sich auch die Frage, ob ich einen Zivi-Blog einrichten soll oder nicht. Der René hat so was ja über seinen Zivildienst im Altersheim gemacht – da waren schon einige interessante Beiträge dabei, größtenteils aber nur Standard-Tagesberichte, auf die ich auf jeden Fall verzichten würde. Es müsste also was Interessantes und Lesenswertes passieren, weshalb ich erst mal abwarte, ob dem wirklich so sein wird, oder ob der Zivildienst noch langweiliger als langweilig wird. Auch wenn ich nicht unbedingt viel Stress brauche, hoffe ich doch irgendwie auf ersteres.

So, und da ich meine Uniform sogar noch vor der Prüfung bekommen habe, gibt es hierzu jetzt zwei Fotos – einmal mit Hemd und Hose, einmal jeweils mit kompletter Ausrüstung (+Pulli oder Jacke).


(Wer jetzt über mich lacht, bekommt eine aufn Deckel. Wer über die Uniform lacht, bekommt einen Euro.)

Zu guter Letzt will ich noch auf die brandneue und hochinteressante GK-Zivildiener-Gruppe im StudiVZ verweisen. Großartig, oder?

Keine Zeit

12. November 2007

Tja, der Zivildienst hat mich voll erwischt. Und das, obwohl er noch gar nicht richtig begonnen hat – soll heißen, noch wird nicht gearbeitet, sondern erst mal gelernt.
Ich befinde mich zur Zeit nämlich in der Ausbildung zum staatlich geprüften Rettungssanitäter. Wie in allen Rettungs- und Krankentransportdienstleistungsunternehmen in Österreich ist die Absolvierung dieses Kurses auch beim Grünen Kreuz für das spätere Arbeiten Pflicht, natürlich ebenso für Zivildiener. An sich eine nette Sache, denn diese Ausbildung kostet normalerweise 2100 Euro und macht sich bestimmt nicht schlecht im Lebenslauf. Und was Praktisches lernt man auch.

Dennoch ist die Sache recht anstregend, da man ja den ganzen Tag über in einem Schulungsraum sitzen und sich von Anatomie über Physiologie, Hygiene und Erste Hilfe bis hin zur Gerätekunde alles anhören und später auch lernen muss. Am 29. ist nämlich theoretische Prüfung, dann geht es zur 160-stündigen praktischen Ausbildung und im Anschluss findet die komissionelle Prüfung statt. Und nur wer das alles besteht, darf auch weiterhin seinen Zivildienst beim Grünen Kreuz absolvieren, ansonsten gilt es, sich für die verbleibenden 7 bis 8 Monate etwas Neues zu suchen. Und leicht ist das Ganze unbedingt nicht.

Also wie auch immer – ich habe viel zu tun, werde abends früh müde und bin am späteren Nachmittag mitunter noch unterwegs, sprich: ich komme kaum zum bloggen und man möge es mir verzeihen. Dafür gibt es dann später wohl einen eigenen Zivi-Blog, wenn es dann auch wirklich Interessantes aus der Welt des Rettungswesens zu berichten gibt. Jedenfalls hab ich so was schon in Planung.