St. Pölten war ja mal ein Erlebnis.

Also, zuerst einmal natürlich das Konzert: Wirklich großartig, eine sehr nette Location war das dort, das Erhalten reservierter Tickets überhaupt kein Problem und die Akustik trotz verworrenem Raumkonzept sehr gut.
Die Musik an sich natürlich toll, die Konzertbesucher an sich auch, wobei die Aufteilung „interessant“ war: Vorne eine Reihe headbangender Fans, dahinter wurde mehr getanzt und herumgehüpft (so wie auch ich) und anschließend kam schon das grooße Loch, das während der entsprechenden Liedphasen natürlich mit HC-Tänzern gefülllt war, die meiste Zeit aber einsam und leer in der Mitte klaffte und sich niemand so recht traute, es zu füllen – der nächste Breakdown könnte ja unmittelbar kommen. An den Rändern wurde nur herumgestanden, auch direkt vor den beiden Boxen, wo ich zuerst stand, mich aber dann mehr in die Mitte begab, wo’s deutlich mehr abging (aber nur bis zum Rand des Lochs!). Und die besten Besucher waren ja die, die das ganze Konzert über bloß ganz hinter hinter dem Mischpult standen und zuglotzten. Aber mir soll’s ja recht sein, somit war’s wenigstens nicht so überfüllt wie beispielsweise bei Bring Me the Horizon. Was mich aber durchaus stört sind Leute, die ganz vorne links/rechts stehen und sich dann aufregend, wenn man sie beim Moshen anrempelt. Selbst schuld, Leute, stellt euch doch hinters Mischpult.

Na ja, wie auch immer. Richtig lustig wurde es ja erst danach, als das Konzert zu Ende war. Der letzte Zug Richtung Wien wäre nämlich um 23:30 Uhr oder so was gefahren, wohingegen das Konzert erst eine knappe halbe Stunde später aus war = Problema. Weswegen ich dann noch eine Weile dort blieb, dem äußerst sympathischen Winston McCall zum gelungenen Auftritt beglückwünscht und dabei zusah, wie ihm ein Haufen Teenies fürs Autogramm auf der Konzertkarte durchs komplette Lokal und wieder zurück nachlief, bis dann auch jeder eines hatte.

Tja, anschließend überlegte ich mir, dass es vielleicht doch besser wäre, mal zum Bahnhof zu schauen, was ich dann auch in der Stille St. Pöltens bei Nacht tat. Und wie erwartet fuhren die einzigen drei Züge, die überhaupt noch auf den Gleisen unterwegs waren, in die genau entgegengesetzt Richtung Wiens, nämlich nach Amstetten und Salzburg. Meine Überlegung war also, mich in einen beliebigen Zug zu setzen um dort ein paar warme Stunden verbringen zu können und vom Zielort dann zurückzufahren.
Leider verpasste ich den Zug nach Salzburg, der mich immerhin bis 3:30 Uhr warm gehalten hätte, dank zu langsamer Überlegungen und Zweifel, weswegen mir nur der nach Amstetten blieb. Mit dem fuhr ich dann auch ebendorthin, wo es allerdings nicht viel spannender als in St. Pölten war. 1:30 Uhr war’s in etwa und der erste Zug nach Wien würde erst um 4:15 Uhr gehen, weswegen ich mich nach einem kurzen Spaziergang im äußerst unspektakulären Amstetten lieber wieder in die „Bahnhofshalle“ (wenn man den 50-Quadratmeter-Raum ohne Sitzgelegenheiten, dafür mit fünf geschlossenen Läden so nennen kann) und beschäftigte mich dort mit „Live“, „Österreich“ und anderer geistreicher Lektüre.

Bis es dann endlich 4:15 Uhr war, verging also viel Zeit in Langeweile, zeitweiser Kälte und Müdigkeit, denn mit Wertsachen in Jacke und Hose auf einem Bahnhof zu schlafen ist alles andere als ideal. Im Zug schlief ich dann auch prompt ein – obwohl mir das im Zug noch nie so richtig gelungen ist, im Sitzen zu schlafen ist echt nicht meins – und war um 6:30 Uhr dann auch endlich wieder zu Hause.

Alles in allem hat es sich gelohnt, beim nächsten außerstädlichen Konzert werde ich aber doch wohl eher auf Mitfahrgelegenheiten und dergleich zurückgreifen, denn noch nicht erwähnt wurde ja die Hinfahrt, bei der, wie könnte es auch anders sein, die Hälfte der Strecke mittels Schienenersatzverkehr zurückgelegt werden musste und dieser natürlich durch jedes völlig gleich aussehende Kuhkaff fahren musste, was sich als äußerst langwierig erwies. Das Auto hat offenbar also immer noch ein paar nicht zu unterschätzende Vorteile gegenüber der Bahn, auch wenn man nur von Wien nach St. Pölten muss.

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Berlin-Tagebuch Teil 4

7. September 2007

26.8.2007

Für diesen Tag war ein Stadtrundgang geplant, der dann auch durchgeführt wurde. Hinter den Fernsehturm am Alex ging es über das Rathaus, den Neptunbrunnen und den Berliner Dom zur Museumsinsel, wo wir das Pergamonmuseum besuchten. In dieser wirklich umfangreichen Sammlung über Kunst der Antike und des Islamischen Kulturkreises gab es unter anderem einen riesigen, leider nur bruchstückhaft ausgegrabenen Altar (den Pergamonaltar), den es zu besichtigen galt. Zusätzlich sahen wir uns noch eine tolle Sonderausstellung, „Das ABC der Bilder“ an, in der es um die Verschmelzung von Schrift und Kunst abseits von Lyrik und Prosa ging. Unglücklicherweise schmierte zu der Zeit mein Fotoapparat ab, obwohl man im ganzen Museum hätte fotografieren können.

Nach dem Museum schlenderten wir Unter den Linden entlang, nach einem Stärkungsbesuch beim Burger King erreichten wir schließlich das Brandenburger Tor und dahinter den Bundestag, vor dem wir erneut rasteten (das Ganze ist weiter voneinander entfernt als es sich liest!) und schließlich mit dem Vorhaben, am nächsten Tag mit aufgeladenem Fotoapparat-Akku wieder zu kommen, umkehrten. Vorher kehrten wir allerdings noch in einen der zahlreichen, eigentlich schon vorher besichtigten Souvenier-Shops ein, da ich mir eine neue Tasche kaufen musste – mein Rucksack ging derart kaputt, dass man den Zipverschluss praktisch auch offen lassen hätte können, so wenig hat das Zuschließen noch gebracht. Und da ich nicht wirklich Lust hatte, dass mir mein Hab und Gut so einfach aus dem Rucksack entwendet wird, entschied ich mich für eine militärgrüne Umhängetasche mit „Sie verlassen den Amerikanischen Sektor“-Aufdruck. Toll!

Nach der Heimkehr waren wir aber noch nicht wirklich müde und ich vor allem hungrig, weshalb ich mir vom nahe gelegenen Imbiss einen Döner holte, der zuerst lecker, dann aber immer komischer bis grausig schmeckte. Lag wohl am Verschwinden der Gemüse-Schicht und dem Freiwerden des vielen Fleisches…

Berlin-Tagebuch Teil 3

4. September 2007

25.8.2007

An diesem Tag war das Treffen mit Bettis Freundin Stefanie angesagt, die sie aus dem Internet kennt. Nach einem kurzen Abstecher beim McDonald’s trafen wir sie und noch eine Freundin bei der Weltzeituhr am Alexanderplatz. Danach war erst einmal Ratlosigkeit angesagt, aber bald fand sich eine Lösung: Auf zum „Neo Tokyo“, einem Shop für Manga, Anime usw. Auf dem Weg dorthin wurde eine Straßenüberquerung unsererseits allerdings von einer Motorradfahrer-Demonstration unterbrochen, die zu Hunderten besagte Straße entlang fuhren. Wofür sie allerdings protestierten, konnte man nur flüchtig auf auf den Rädern montierten Bannern erkennen, was es nun genau war, weiß ich nicht mehr.

Im Neo Tokyo angekommen sahen wir uns ein wenig um (die haben dort echt alles, sogar haufenweise japanische Artbooks und Fashon-Magazine, wo man sich als Normal-Europäer ohnehin nur die Bilder ansehen kann) und kauften teilweise auch was, im Falle von Betti zwei Manga-Love-Story-Bände (die in Deutschland immerhin um je 20 Cent billiger sind!).
Danach ging’s wieder zum Alexanderplatz zurück, jedoch ohne viel mehr Unternehmungsideen zu haben als vorher. Also noch ein Besuch beim Mäcci, dieses Mal gab’s aber nur was zu trinken für mich, Stefanies Freundin aß jedoch Pommes, von denen auch die umherfliegenden Spatzen etwas abbekamen, was teilweise ein sehr lustiges Bild abgab.
Da das Essen die allgemeine Kreativität aber nicht wirklich förderte, setzten wir uns ganz einfach auf den Brunnen vor der Galeria und schauten unsere Con-Hons an – na ja, zumindest Stefanie und Betti, ich hab so was ja nicht. Dann wurde noch etwas gemalt, einigen Punks zugesehen, und als später dann schon Reinigungsfahrzeuge kamen, um den Mist rund um den Brunnen weg zu machen, verabschiedete man sich auch schon wieder – wobei’s mittlerweile doch schon rund 20 Uhr war.

Betti und ich gingen dann noch zum Saturn und schauten gut eine Stunde allerlei Dinge durch: PC-Zubehör, den neuen iMac, Laptops, CDs, DVDs usw. Betti kaufte sich dann auch noch Shadows Are Security von As I Lay Dying, da das unser Saturn wieder mal nicht hat. Wie schon erwähnt war die Auswahl dort generell toll, was alle Produkte anbelangt.
Aber genug der Saturn-Werbung, Nach einem erneuten Besuch beim Asia-Snack (dieses Mal Nudeln und Frühlingsrollen!) ging’s auch wieder Richtung Heimwärts, sprich Jugendherberge.

Berlin-Tagebuch Teil 2

3. September 2007

24.8.2007

Zugegeben: Ich stand erst um 12 Uhr auf. Geplant war rund 10 Uhr, aber da ich ohnehin noch alleine war (Betti würde ja erst an diesem Tag nachkommen), war’s auch egal. Um besagte Zeit ging ich los und erwischte die falsche Straßenbahn – was aber insofern ein Vorteil war, als ich damit mitten in die Stadt kam und so dort ein bisschen spazieren gehen konnte. Besucht habe ich dann einen Souvenierladen (aber nur um einen Kuli zu kaufen), wo es einen Schlecker gratis gab! Zusätzlich war der Verkäufer noch Innsbrucker, nette Sache. Nach einem kleinen Rundgang fing es an zu regnen, also flüchtete ich in eine große Bücherei, wo ich viele tolle Bücher entdeckte, die ich mir aber alle nicht leisten kann… Egal, irgendwann aß ich dann noch ein Mozzarella-Ciabatta und machte mich erneut auf den Weg zum Kato, wo ich dann auch mehr Glück hatte – ein Typ war anwesend, der mir aber erklärte, dass ich für den Ticketverkauf wo anders hinmüsste. In diesen Laden (den Namen hab ich nicht mal richtig verstanden, aber die Wegbeschreibung hat gereicht) gab’s sie dann auch wirklich, womit ich alles erledigt hatte, was ich alleine vor hatte und wieder zurück fuhr.

Dort machte ich dann noch einen Abstecher zu „Kaiser’s (sic) Verbrauchermarkt“ um mich mit Getränken einzudecken und kaufte dabei ein Beck’s Orange, ohne daran zu denken, dass ich keinen Flaschenöffner habe… es steht immer noch hier rum…
Na ja, schließlich und endlich ging’s Richtung Bahnhof um Betti abzuholen. Dort kaufte ich noch eben einen Rosenstrauch zur Begrüßung und kam dann gerade rechtzeitig zu Gleis 8, um meine Liebste abzuholen. Nach der Begrüßung fuhren wir den gleichen Weg zurück, den ich eben gekommen war, luden die Sachen ab und machten uns bald darauf wieder auf den Weg zum Alexanderplatz, weil ich dort bei der Herfahrt ein asiatisches Fast-Food-Restaurant entdeckt und schon ziemlichen Hunger hatte. Das Abendessen war jedenfalls ziemlich lecker und dabei mit 4€ auch noch verdammt günstig. Vielleicht erweisen wir dem Restaurant noch mal unsere Ehre, würde sich zumindest auszahlen.

Anschließend ging es nur noch nach Hause (keine Party mehr!), wo wir das rechte Bett nach links ans andere schoben, weil ansonsten ca. 1 Meter Abstand zwischen den beiden wäre, was auch nicht so toll ist. Dass wir dafür das halbe Zimmer umräumen mussten, ist eine andere Sache, aber wir richten’s ja wieder.

Ja, ansonsten wurde ich heute zwei Mal in der U-Bahn wegen meines Fahrausweises kontrolliert (hab natürlich eine Tageskarte) und von einem Typen, der im Auftrag einer „Pro Sieben Castingshow für junge Singles“ unterwegs ist, gefragt ob ich nicht Interesse hätte – allerdings wäre die ganze Sache ohnehin nichts für mich, da nur Männer zwischen 20 und 25 gesucht werden und ich bekanntermaßen erst 18 bin. Außerdem bin ich sowieso kein Single, aber dazu das zu erwähnen kam es gar nicht. Na ja, bin mal gespannt, was die machen…

Berlin-Tagebuch Teil 1

1. September 2007

Wie versprochen der Berlin-Bericht:

23.8.2007

Nach meiner Ankunft um Acht Uhr früh am Berliner Hauptbahnhof (Schlafen ging im Zug sogar recht gut – da wir nur zu dritt im Abteil waren, klappten wir einfach die Sitze aus und richteten uns so Pseudo-Betten her) hieß es erst einmal, die Jugendherberge („Hermanns Hostel“) zu finden. Nach dem Kauf einer Tageskarte fuhr ich dann also Richtung Charlottenburgerstraße – ziemlich umständlich, wie ich später bemerkte, aber ich hatte damals noch überhaupt keinen Plan vom Berliner Verkehrssystem.
Nach kurzem Suchen der Herberge und etwas längerem Suchen der Tür des Besitzers stand ich also von ebenjenem und ließ mir erklären, dass ich noch bis ca. 11 oder halb 11 warten musste, da mein Zimmer noch belegt sei. Dafür würden wir auch das größere der beiden Doppelzimmer bekommen, was ja auch nicht so schlecht ist. Also stellte ich meine Sachen ab, nahm nur meinen Rucksack und meine Kamera mit, und machte mich auf in Richtung Innenstadt.

Dort kam ich auch nach nicht allzu langer Zeit an (direkt mit der Straßenbahn – sehr praktisch!) und stand am berühmten Alexanderplatz, der im Moment aber leider umgebaut wird und deswegen nicht sonderlich toll zu besichtigen ist. Also ging’s ins „Galeria“-Kaufhaus, welches mir aber eine viel zu noble Atmosphäre besitzt, weshalb ich dann recht schnell in den Saturn in die CD-Abteilung wechselte.
Tolle Sachen gibt’s dort! Die Auswahl ist viel größer als bei uns und somit blieb mir kaum etwas anderes übrig, als drei mehr oder weniger Raritäten abzustauben: We Are Always Searching von I Am Ghost, EP +6 von Mogwai und Between Order and Model von Funeral For A Friend, die ich zuvor noch nie gesehen oder davon gelesen hatte. Insgesamt kosteten die Scheiben auch nur 25€, was noch ertragbar ist. Viel Geld hab ich ja nicht mit.

Wieder draußen setzte ich mich erst einmal in ein Café, trank einen Cappuccino und sah mir meinen Reiseführer etwas genauer an. Danach ging es gemächlich (soll heißen, über einige Umwege zur Erkundung des Viertels) wieder zurück zur Herberge, wo mein Zimmer auch schon frei war und mir die Umgebung vom Besitzer noch etwas erklärt wurde.
Anschließend war erst einmal eine Ruhepause angesagt, der Schlaf im Zug war ja doch nicht so ruhig. Geschlafen hab ich allerdings nicht, sondern lieber meine neuen CDs gehört und gelesen.

Später war dann Einkaufen angesagt, meine Suche nach dem beschriebenen Penny Markt war allerdings erfolglos, weshalb ich dann (nach ziemlich vielen Schritten) beim LIDL landete – auch ok. Dort kaufte ich dann Gebäck, was zu trinken fürs Zimmer und Pringles. Mit dem ganzen Zeug im Rucksack musste ich natürlich erst einmal zurück ins Herbergenzimmer um es abzuladen, danach ging es aber wieder in Richtung Stadt, dieses Mal um im so genannten Kato (ein Lokal) Tickets für das Fear-Before-Konzert zu kaufen.
Also wieder zurück zur Straßenbahn, dann umgestiegen und noch mit der U-Bahn gefahren. In besagtem Kato war aber niemand, auch nach mehrmaligem Läuten kam niemand an. Na ja, somit fuhr ich also zurück, machte aber noch einen kurzen Abstecher beim McDonald’s, um ein großartiges, gelbes Cola-Glas gratis zum Menü zu erhalten! Jaja. Sonst war am Abend nichts mehr los, die restliche Zeit verbrachte ich im Zimmer mit Battlefield 1942 und Schlafen.