Nachts wandern die Enten auf den Straßen

30. April 2008

St. Pölten war ja mal ein Erlebnis.

Also, zuerst einmal natürlich das Konzert: Wirklich großartig, eine sehr nette Location war das dort, das Erhalten reservierter Tickets überhaupt kein Problem und die Akustik trotz verworrenem Raumkonzept sehr gut.
Die Musik an sich natürlich toll, die Konzertbesucher an sich auch, wobei die Aufteilung „interessant“ war: Vorne eine Reihe headbangender Fans, dahinter wurde mehr getanzt und herumgehüpft (so wie auch ich) und anschließend kam schon das grooße Loch, das während der entsprechenden Liedphasen natürlich mit HC-Tänzern gefülllt war, die meiste Zeit aber einsam und leer in der Mitte klaffte und sich niemand so recht traute, es zu füllen – der nächste Breakdown könnte ja unmittelbar kommen. An den Rändern wurde nur herumgestanden, auch direkt vor den beiden Boxen, wo ich zuerst stand, mich aber dann mehr in die Mitte begab, wo’s deutlich mehr abging (aber nur bis zum Rand des Lochs!). Und die besten Besucher waren ja die, die das ganze Konzert über bloß ganz hinter hinter dem Mischpult standen und zuglotzten. Aber mir soll’s ja recht sein, somit war’s wenigstens nicht so überfüllt wie beispielsweise bei Bring Me the Horizon. Was mich aber durchaus stört sind Leute, die ganz vorne links/rechts stehen und sich dann aufregend, wenn man sie beim Moshen anrempelt. Selbst schuld, Leute, stellt euch doch hinters Mischpult.

Na ja, wie auch immer. Richtig lustig wurde es ja erst danach, als das Konzert zu Ende war. Der letzte Zug Richtung Wien wäre nämlich um 23:30 Uhr oder so was gefahren, wohingegen das Konzert erst eine knappe halbe Stunde später aus war = Problema. Weswegen ich dann noch eine Weile dort blieb, dem äußerst sympathischen Winston McCall zum gelungenen Auftritt beglückwünscht und dabei zusah, wie ihm ein Haufen Teenies fürs Autogramm auf der Konzertkarte durchs komplette Lokal und wieder zurück nachlief, bis dann auch jeder eines hatte.

Tja, anschließend überlegte ich mir, dass es vielleicht doch besser wäre, mal zum Bahnhof zu schauen, was ich dann auch in der Stille St. Pöltens bei Nacht tat. Und wie erwartet fuhren die einzigen drei Züge, die überhaupt noch auf den Gleisen unterwegs waren, in die genau entgegengesetzt Richtung Wiens, nämlich nach Amstetten und Salzburg. Meine Überlegung war also, mich in einen beliebigen Zug zu setzen um dort ein paar warme Stunden verbringen zu können und vom Zielort dann zurückzufahren.
Leider verpasste ich den Zug nach Salzburg, der mich immerhin bis 3:30 Uhr warm gehalten hätte, dank zu langsamer Überlegungen und Zweifel, weswegen mir nur der nach Amstetten blieb. Mit dem fuhr ich dann auch ebendorthin, wo es allerdings nicht viel spannender als in St. Pölten war. 1:30 Uhr war’s in etwa und der erste Zug nach Wien würde erst um 4:15 Uhr gehen, weswegen ich mich nach einem kurzen Spaziergang im äußerst unspektakulären Amstetten lieber wieder in die „Bahnhofshalle“ (wenn man den 50-Quadratmeter-Raum ohne Sitzgelegenheiten, dafür mit fünf geschlossenen Läden so nennen kann) und beschäftigte mich dort mit „Live“, „Österreich“ und anderer geistreicher Lektüre.

Bis es dann endlich 4:15 Uhr war, verging also viel Zeit in Langeweile, zeitweiser Kälte und Müdigkeit, denn mit Wertsachen in Jacke und Hose auf einem Bahnhof zu schlafen ist alles andere als ideal. Im Zug schlief ich dann auch prompt ein – obwohl mir das im Zug noch nie so richtig gelungen ist, im Sitzen zu schlafen ist echt nicht meins – und war um 6:30 Uhr dann auch endlich wieder zu Hause.

Alles in allem hat es sich gelohnt, beim nächsten außerstädlichen Konzert werde ich aber doch wohl eher auf Mitfahrgelegenheiten und dergleich zurückgreifen, denn noch nicht erwähnt wurde ja die Hinfahrt, bei der, wie könnte es auch anders sein, die Hälfte der Strecke mittels Schienenersatzverkehr zurückgelegt werden musste und dieser natürlich durch jedes völlig gleich aussehende Kuhkaff fahren musste, was sich als äußerst langwierig erwies. Das Auto hat offenbar also immer noch ein paar nicht zu unterschätzende Vorteile gegenüber der Bahn, auch wenn man nur von Wien nach St. Pölten muss.

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