Neonfarben

13. Februar 2008

Mr. 17grad wollte wissen, wieso ich das eine oder andere Album dieser Auflistung nicht so toll fand. Wenn ich das richtig verstanden habe, manchmal bin ich ja etwas (*hust*) verpeilt.

Vorneweg sollte aber gesagt werden, dass es sich dabei nicht um wirklich schlechte Alben handelt. Na ja, vielleicht doch, aber in einem anderen Kontext. „Enttäuschend“ würde wohl besser passen, da es sich um Bands handelt, die ich eigentlich mag, von denen ich mir aber mehr erwartet hätte. Darum also schlechte Alben und so.
Also gut:

Thursday – Kill the House Lights
Nette Ansammlung von B-Seiten, haut mich aber nicht so wirklich vom Hocker. Man merkt irgendwie, warum es die Lieder nicht auf die jeweiligen Platten geschafft haben. Einzig „Signals Over the Air“ als Live-Version ist richtig toll. Davon hätte es mehr geben sollen, eindeutig.

Scary Kids Scaring Kids – Scary Kids Scaring Kids
Die erste EP war super, das erste Album relativ gut (wobei „My Darkest Hour“ einfach nur toll ist) und das zweite… na ja. Belangloses Musikmaterial ohne einen wirklich Knüller, alles plätschert recht nett dahin, aber die Ecken und Kanten, die ein Lied besonders machen, fehlen irgendwie. Das hört man einmal durch, findet es ganz nett, drückt aber niemals auf die „Wiederholen“-Taste nach einem Song. Und so etwas ist immer ganz schlecht.

Samsas Traum – Wenn schwarzer Regen
Ja, wie da schon stand, „So wie die Wellen“ ist wirklich toll, und zwar weil es Elektronik beinhaltet. Hier liegt es nämlich ganz einfach an meinem Geschmack, und zwar dass ich Akustik-Lieder nicht wirklich mag. Das war schon mit den Akustik-Versionen früherer Samsas-Traum-Liedern so, die es auf der ersten CD von „Endstation.Eden“ zu hören gab (Stromausfall im Herzspital, Girl, Tineoidea) und ist hier nicht anders. Die Lieder haben tolle Texte, für einen Liebhaber von Akustikmusik ist bestimmt auch die Musik an sich toll, aber für mich eben nicht. So einfach ist das.

Queens of the Stone Age – Era Vulgaris
Hier waren die Erwartungen nach dem Knaller „Sick, Sick, Sick“ wohl zu groß. Es ist kein schlechtes Album, aber es hat nicht die gewohnte Queens-Qualität. Die Lieder sind bei Weitem nicht so catchy wie früher, was zwar auch ein gutes Indiz sein kann, nicht aber bei Stoner Rock’n’Roll. So wirklich abshaken kann man dazu nicht, was eben den Spaß an der ganzen Sache mindert.

Puscifer – V Is For Vagina
Öhm, ja, die Erwartungen diesbezüglich waren eigentlich nur da, weil’s von MJK kommt, aber dieses minimalistische Drum-and-Rhythm-Zeug ist irgendwie so gar nicht meines. Demzufolge würde ich auch jede andere Platte dieses Genres als „schlecht“ klassifizieren, eben weil es schlichtweg nicht mein Geschmack ist. Die Texte sind recht witzig, überzeugen mich jetzt aber auch nicht soo sehr. Ein bisschen pubertär.

Marilyn Manson – Eat Me, Drink Me
Uaaah, das war ein Gähner. „Heart-Shaped Glasses“ ja bitte, den Rest vielleicht als Gute-Nacht-Musik. Wo ist die Power, wo ist das brutale Abrechnen mit der amerikanischen Gesellschaft? Stattdessen wird rumgeheult und gestöhnt, bis man Manson schon fast nicht mehr abnimmt, dass das Ganze überhaupt echt ist. Klar gibt es noch ein paar Rocksongs, aber diese sind dermaßen uninspiriert, dass sie unter der Masse an Jammersongs regelrecht versinken.

Korn – Untitled
Nach der Enttäuschung durch „See You On the Other Side“ und dem Höhenflug mittels des Akustik-Live-Album (hier mochte ich die Versionen irgendwie, was aber auch daran liegen kann, dass sie variert und angepasst wurden, was ihnen wirklich gut tat) hier der nächste Tiefpunkt der Korn-Ära. Die frühere Härte ist zwar wieder da, aber die Originalität fehlt. Die Lieder klingen ausgelutscht und wie schon hundert Mal von anderen Bands gespielt, was also fehlt sind schlichtweg die frischen Ideen. Klar, nach sieben Studio-Alben ist irgendwann die Luft raus, aber das macht das Album nicht besser. Andere Bands schaffen’s ja auch.

Funeral For A Friend – Tales Don’t Tell Themselves
Ganz große Enttäuschung, weil sich FFAF mit diesem Album endgültig vom Emocore verabschiedet und dem Pop zugewandt haben. Von der alten Härte ist nichts mehr zu hören, dafür eine Menge seicht dahinplätschernder Liedchen, die zwar eine recht gute Story erzählen mögen, dafür aber irgendwie völlig langweilig sind. Hat man am Konzert gemerkt, wo die Menge bei „All the Rage“ oder „Juneau“ abgegangen ist, sich bei „The Great Wide Open“ oder „Walk Away“ nichts getan hat. Sehr schade darum.

Bloc Party – A Weekend in the City
„Hunting For Witches“ ist toll, der Rest kommt an „Silent Alarm“ nicht ran, weil das erste Album eigentlich nur aus Hits bestand und dieses zwar nett zu hören ist, aber mir nicht so richtig den Kick liefert, den das alte Album über fünfzig Minuten durch gebracht hat. Joar.

Tja, hier also meine Gründe, weswegen ich das eine oder andere Album des letzten Jahres nicht wirklich toll fand. Ich will diese ganzen Bands ganz bestimmt nicht für immer abschreiben und höre ihre alten Scheiben immer noch genauso gerne (auch wenn das von Zeit zu Zeit natürlich variiert), aber im letzten Jahr haben sie mich eben enttäuscht. Also mal sehen, was die Zukunft bringt, das neue Jahr hat ja gerade erst begonnen.

4 Antworten to “Neonfarben”

  1. 17grad said

    ah, war also nicht bös gemeint, nur wäre sowohl Thursday als auch BlocParty bei mir bei den Alben des Jahres gelandet. Geschmmackssache halt ;)
    Die Fotos so toll einblenden mach man mit dem WP-Plugin lightbox
    . Bei mir ist es eine kombination aus den WP-Plugins „MyGallery“ und „LB“. Ohne WP gehts auch, ist aber bedeutend mühsamer zu integrieren.
    Gruss

  2. 17grad said

    Blöd, ich seh grad du benutzt eh WP. m, einfach plugins installieren und los gehts.

  3. Heavy Heavy Low Low said

    Hab ich auch nicht böse aufgefasst. ;)
    Aber vielen Dank für den Link, werd ich gleich mal ausprobieren.

  4. 17grad said

    hm, da ich ja nicht fragen darf von wegen asmz und so frag ich halt obs mit der lightbox geklappt hat oder ob du noch hilfe brauchst. was ist das hier überhaupt für ein sehr hübsches theme, selbergemacht/-editiert? echt toll. gruss

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