Whiskey Is Alright In It’s Place, But It’s Place Is Hell

7. Dezember 2007

Juhu, morgen frei!
Ok, bis jetzt war der Zivildienst nicht so schlimm. Heute vielleicht, aber alles der Reihe nach:
Also, da ich mich jetzt in der Praxisausbildung befinde, bedeutet das, dass ich schon aktiv bei den Krankentransporten mitfahre, mithelfe und vor allem alles gezeigt bekomme. Ich fahre mit zwei sehr netten Sanitätern, der eine ist schon älter, dicklich und sehr gemütlich und angehem, der andere relativ jung, aber nicht minder sympathisch. Tolles Team also schon mal, das ist ja immer wichtig.
Tja, gelernt hab hauptsächlich, wie man Formulare ausfüllt, aber das ist auch fast die meiste Arbeit bei den Krankentransporten. Name, SVN, Transportzeiten, Kilometerstand, Fahrer und Sanitäter usw. müssen für jeden Patienten eingetragen werden. Das sind übrigens meist Pensionisten, die wir entweder vom Krankenhaus nach Hause oder umgekehrt führen, manchmal werden sie auch verlegt. Das ist jedoch meist Routinearbeit, auch wenn nicht immer alles so glatt läuft, wie es sollte.
Na ja, einen Blaulichteinsatz sind wir auch schon gefahren, war aber halb so schlimm – eine recht kleine Verletzung am Fuß, ins Krankenhaus kam der Herr trotzdem. War aber interessant bei so was mitzufahren, und das gleich in der dritten Stunde überhaupt!

Ansonsten sitzt man halt im Auto (ich hinten, vorne die beiden anderen), quatscht ab und zu, liest was, isst usw. Eine richtige Pause gibt es zwar nicht – außer den Gang zum Billa -, aber zwischen einzelnen Fahrten ist meist recht viel Zeit. Witzig ist jedenfalls, wie viel man durch Wien kommt: ich war schon in fast jedem Bezirk und bin an vielen mir bekannten Stellen zumindest vorbeigefahren (Bernoulli-Schule, meine ehemalige Schule, bei den Wohnorten vom Thomas, Raiby, Alex, Sebi, Ina, …). Positiv anzumerken ist neben den Kollegen das Trinkgeld, welches in den zwei Tagen, an denen ich bisher mitgefahren bin, ziemlich großzügig ausgefallen ist – insgesamt hat jeder von uns 40€ eingenommen, nett, oder? Nicht so toll sind die Arbeitszeiten, zumindest jetzt in der Ausbildung, wo ich 5 Tage in der Woche arbeiten muss (und nicht wie später nur drei) – und das 12 Stunden täglich. Da bleibt nach dem Heimkommen nicht mehr viel Zeit für sich selbst, geschweige denn für Freunde. Meist bin ich aber ohnehin zu müde, als ich noch Lust hätte, irgendwas zu machen. Aber da muss ich wohl durch, läuft ohnehin nur noch bis zum 22. Dezember so.

Nur heute war’s wirklich öde, weil ich nach dem Unterschreiben meines Mietvertrages um 9 Uhr früh natürlich nur in den Innendienst gekommen bin, da alle Krankentransportwagen spätestens um 7:30 Uhr wegfahren. Da dort aber mittlerweile aus den verschiedensten Gründen neun Zivildiener arbeiten, war das bisschen Arbeit, das normalerweise anfällt (Autos waschen, Boden putzen, Müll ausleeren), ziemlich flott erledigt, wir mussten aber trotzdem beschäftigt werden. Also kam man auf die glorreiche Idee, uns einen kompletten Raum voll mit Krempel ausräumen und danach putzen zu lassen. Als wir damit fertig waren, sollten wir das ganze Zeugs, welches ungelogen zur Hälfte aus Müll bestand, wieder einräumen. War mir ja – auch wenn’s total unnötig ist, leere Styroporverpackungen und nicht funktionierenden Elektroschrott aufzuheben – egal, bis dann der Mechaniker antanzte und nichts Besseres zu tun hatte, als uns anzuschauzen, dass wir alles durcheinander gebracht hätten und er jetzt nichts mehr finden würde. Als ob wir wüssten, dass in diesem Sauhaufen irgendeine Ordnung herrscht, dafür hätte es wirklich mehr als guten Willen gebraucht. Glücklicherweise machten sich dann zwei andere Arbeiter daran, die Sachen auch mal in „Müll“ und „Verwendbares“ zu sortieren, weswegen der Raum nach der Mittagspause mit weitaus weniger Zeugs von uns wieder gefüllt wurde, als zuvor darin war. Na ja, tolle Aktion jedenfalls.
Den Rest des Nachmittages verbrachten wir mit allerlei unnötigen Aktionen wie den Hof zu kehren, den Boden in der Wagenhalle zu wischen und so weiter, bloß damit wir nicht untätig herumsaßen. Vorteil der ganzen Sache: Wir durften schon um 16 Uhr nach Hause gehen, sehr angenehm.

Am Montag freu ich mich dennoch wieder auf den Außendienst, der einerseits finanziell weitaus lukrativer ist, andererseits auch einfach mehr Spaß macht und man wirklich sinnvolle Tätigkeiten ausübt. Bloß eine ganze Woche mit 12-Stunden-Diensten durchzuhalten dürfte happig werden…

2 Antworten to “Whiskey Is Alright In It’s Place, But It’s Place Is Hell”

  1. sebastian said

    und nun stell dir vor du müsstest immer so eine saudumme arbeit für irgendwelche eingebildeten vollkoffer machen, und kämst nur ca 1,5 stunden raus – dann hast du meinen dienst XD

  2. Heavy Heavy Low Low said

    Also offenbar schenken sich die einzelnen Zivildienststellen nicht wirklich was. :D

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