Ihr Hirten und Schafe

23. Oktober 2007

Wisst ihr was? Langsam verliere ich den Glauben an die Menschheit. Und zwar den Glauben daran, dass sich in den Köpfen der Menschen irgendwann einmal etwas ändern wird.

Ausschlaggebend für diese These war ein Thread im Multimediaxis-Forum. Hierbei geht es um die eigene Gläubigkeit in Bezug auf Gott – und nachdem jeder schön brav seine Meinung dazu gesagt hat, kommt es selbstverständlich zur Diskussion. Das wäre ja völlig in Ordnung, wenn nicht eines der Fall wäre: Von beiden Seiten, also von Gottesgläubigen wie Atheisten/Agnostikern kommen wieder einmal die selben, alten „Argumente“, die schon so ausgelutscht und langweilig sind, dass es richtig weh tut. Da werden Dinge aufgeworfen und als Tatsachen präsentiert, die schon vor Jahrhunderten von diversen Philosophen, Naturwissenschaftlern und Theologien widerlegt oder aus der Welt geschafft wurden – und dennoch beschäftigt man sich immer noch mit diesem Schwachsinn.
Gut, man kann damit argumentieren, dass in diesem Forum vorwiegend junge Leute posten, aber einige ältere (um die 20-25) sind ebenso anwesend und verbreiten fleißig Halbwahrheiten und Uraltfloskeln. Ziemlich traurige Bilanz, wenn ihr mich fragt, immerhin sieht es andernorts nicht unterschiedlicher aus.

Ein Beispiel wäre hier eine Diskussion in einem Eintrag des Bestatter-Blogs. In dem Bericht geht es um ein schwules Paar, in dem einer der Partner gestorben ist und der andere nun die Trauerfeier arangiert, was der homophobe Vater des Verstorbenen gar nicht gerne sieht.
Und während ansonsten mit Unverständnis über den Vater Köpfe geschüttelt werden, hat ein User namens Ar-ras nichts Besseres zu tun, als wieder einmal über Schwulengemeinschaften (-Ehen kann man das ja immer noch nicht nennen) herzuziehen und zu glauben, er hätte Gottes Weisheit mit den Löffeln gefressen. Das tut er mit fragwürdigen Scheinargumenten à la „Die Ehe ist eine Sache der Kirche, und solange der deutsche Bundespräsident auf Gott schwört, ist das auch gerechtfertigt!“ oder „Gott hat die Liebe/Sexualität nur zwischen Mann und Frau vorgesehen! [Nicht weiter begründet]“ – auf Gegenargumente geht er natürlich nicht und wenn überhaupt nicht mit dem notwendigen Ernst ein.

Ich behaupte bestimmt nicht, dass nur eine Einheitsmeinung herrschen sollte, ganz im Gegenteil – Meinungspluralismus hat schon seine positiven Dinge. Wenn es allerdings um derart Essentielles wie den Fakt, dass Gott nicht beweisbar ist, oder die Akzeptanz von homosexuellen Lebensgemeinschaften geht, hat das nicht mehr viel mit Meinungen, sondern mit altbackenen Überresten längst nicht mehr aktueller Traditionen zu tun
Oder ganz einfach mit einer großen Menge an Unwissen.

9 Antworten to “Ihr Hirten und Schafe”

  1. sebastian said

    ja ich weiß (und kann nachfühlen) was du meinst. ich bin auch ein unangenehmer pessimist im bezug auf die klugheit der menschheit… so sehr ich auch an das gute (und kluge) im menschen glauben will, so sehr werd ich im täglichen leben vom gegenteil überzeugt.

  2. Ar-ras said

    Mal richtig lesen und nicht unzulänglich komprimieren…

    „Die Ehe ist eine Sache der Kirche,und solange der deutsche Bundespräsident auf Gott schwört, ist das auch gerechtfertigt!”

    falsches und/oder sinnentstelltes Zitat

    Da ich kein Christ bin, ist das alles eine schwache Vorstellung…

  3. dethkultsocialclub said

    War auch nicht als direktes Zitat gedacht.
    Aber bitte, dann eben Aussagen, die du so getätigt hast:

    „Die Ehe ist religiös gesehen kein Verwaltungsakt. Wenn ich heirate, dann ist mir die religiöse Institution wichtiger, als die staatliche. Denn vor Gott heiraten wir und nicht vor Vater Staat.“

    „[…]Und wie gesagt, was geht mich Trennung von Religion und Staat an. Solange der Bundespräsident sagt “so wahr mir Gott helfe”…“

    Mir ist zudem völlig egal welche Konfession du besitzt, ich beurteile dich nach deinen Aussagen und nicht nach deinem Glauben.

  4. Ar-ras said

    Ja, dann solltest du mal genauer lesen!

    zum ersten Zitat:
    Wir = meine Zukünftige + ich

    zum zweiten:
    Staat und Religion sind getrennt, aber nicht die Menschen

  5. dethkultsocialclub said

    Nun, wie sollte ich wissen, dass mit „wir“ du und deine Partnerin gemeint sind? Normalerweise ist in dem Kontext das Volk gemeint, wir, die Nation, was auch immer. Das hast du nirgends geschrieben, also wirf mir kein ungenaues Lesen vor.

    Zweitens: Ja, und? Was soll das aussagen? Immer diese halbfertigen Phrasen…

  6. Ar-ras said

    Weil ich davon ausging, dass der vorherige Satz klar genug ist?

    zu zweitens:
    Der Präsident ist nicht Atheist, nur weil er jetzt Präsident ist.

  7. dethkultsocialclub said

    Und ein drittes Mal: Was der Präsident für eine Konfession oder einen Glauben besitzt, ist für staatliche Belangen irrelevant. Dadurch ändern sich weder Gesetze, noch etwas an der Säkularisierung.

  8. Ar-ras said

    Meine Rede…

  9. Meine Aussagen ergeben sich aus Euren allen Fragen und Ausagen!
    Ich bin seit meinem 27-igsten Lebensjahr ein entschiedener Christ und habe mich außerhalb der amtierenden Religionen, Kirchen, Tempeln und Sekten vorbereitet und Zuhaus in der stille studiert, das Leben Jesu Christi und seine von ihm´, mitgebrachte Theologie des lebendigen Gottes und des Heiligen Geistes.
    Bin heute 72 Jahre alt und voll im christlichen Glauben, Leben und seine Aktivitäten Zuhause.
    Zu meine Aussagen:
    1. Wer hat es gesagt und wo steht es geschrieben, dass der Mensch, der sich mit einem lieben Menschen verbindet, von einem anmaßenden und selbsternannten Priester, trauen lassen soll?
    Weder Gott unter dem Alten Testament, noch Christus unter dem Neuen Trestament, noch die von Christus berufenen, zubereiteten und erwählten Jünger und Aposteln des Herrn, haben solch einen heidnischen Unsinn gefordert.
    2. Ein Christ nach der Gerechtigkeit Gottes und seinem Christus ist der,
    Der alle Gerechtigkeiten Gottes in Seinem Heilsplan erfüllt hat und auf das, von Gott zugesagte Himmelreich wartet, gleich wie die Jünger an der Seite Jesu Christi, drei Jahre warten mußten,
    In dieser Zeit von Christus vorbereitet wurden in der einzig wahren Theologie des lebendigen Gottes, bis sie zu Pfingsten den heiligen Geist empfingen, der sie für Gott und seiner Lehre, lebendig machte und sie bevollmächtigte und legitimierte, zu verkündigen das Reich Gottes und die Auferstehung Jesu Christi im Heiligen Geist und allerheiligsten Glauben.
    WER diesen Geist Gottes und Christi, nicht in seinem Innern und Bewußtsein wohnen hat mit dem Wort Gottes, der ist nicht sein!
    Bibel kann sich ein jeder Mensch kaufen, den Buchstaben und das niedergeschriebene geistige Eigentum der wahren Nachfolger Jesu Christi, kann auch eine jeder Mensch nachäffen und nachplappern, aber wo sind die Erfahrungen der ersten Jünger, die Christus ihnen vorhergesagt und sie auch erfahren haben?
    Wünsche Euch ihr Lieben, so Ihr auf diesem Weg seid, das innere Licht, Geist und Wort Gottes, das auch ihr in Eurem Innern, sehen und vernehmen wird wie es geschrieben steht und wie es viele vor uns und nach uns noch erfahren werden.
    Der Innere Weg zu Gott, ist der wahre Weg,Er lässt uns erkennen die Wahrheit, die weit mehr ist als die Meinung, denn allein die Wahrheit macht uns frei, und das fehlt den von Gott abgefallenen Religionen, Kirchen, Tempeln und Sekten in Deutschland und Europa und der übrigen Welt. Habt Nachsicht mit meiner bürgerlichen und Biblischen Ausdrucksweise und länge meiner Sätze. Peter Semenczuk
    Autor und Herausgeber christlich- theologischer Publikationen im Internet und Selbstverlag,Danke!

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